Damals - FREIWILLIGE FEUERWEHR JESENDORF

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                                      Aus der Geschichte der FFW Jesendorf:

Gefürchtete Feuersbrünste und deren verheerende Auswirkungen zu bekämpfen, war lange vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Pflicht und wichtige Aufgabe der männlichen Dorfbewohner. Die Bevölkerung aller Zeiten kämpfte um Hab und Gut wenn Feuer und Not es zu bedrohen schienen. Um die zahlreichen Brände, ausgelöst durch Blitz, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung gezielter in den Griff zu bekommen, wurden um die 1880er Jahre in den meisten Orten freiwillige Feuerwehren gegründet. So hat man sich auch in Jesendorf entschlossen, eine Wehr zu gründen. Ursprünglich waren Jesendorf und Wippstetten zu einer Feuerwehr vereint, aufgegliedert in Abteilung A - Jesendorf - und Abteilung B - Wippstetten.

Die Jesendorfer Wehr wurde am 22. Januar 1888 gegründet und hatte schon gleich zu Beginn 38 Mitglieder. bis zum März 1980 wuchs die Mitgliederzahl auf stolze 55 Angehörige. Der Wippstettener Abteilung gehörten bis 1891 schon 29 Mitglieder an. 1893 wurde dann Wippstetten als eigene Feuerwehr ausgegliedert und von da an selbstständig.
 
Die Gründer unserer Feuerwehr schafften sich 1888 die erste Wagenspritze an (Kauf­preis 1457 Mark), die von etwa 10 Feuerwehrmännern betätigt wurde. An der Vor­der- und Hinterseite war je ein Holzgriff befestigt, der zum Pumpen diente. Seit 1888 hat die Wehr ihre eigene Standarte, die sie bis zur ersten Fahnenweihe am 18.5.1952 bei weltlichen und kirchlichen Anlässen mittrug. Diese Standarte wur­de am 3.12.1977 renoviert und wird bei besonderen Feierlichkeiten der Bevölkerung vorgestellt.
 
Als eine der ersten Wehren bekam die Jesendorfer am 25. Juni 1946 eine Tragkraft­spritze TS8 von der Firma Glöckner-Humboldt-Deutz AG, Ulm. Wegen der damals herrschenden Benzinknappheit musten an die Firma fünf Liter Benzin zum Einlau­fen und Ausprobieren der bestellten Tragkraftspritze eingeschickt werden. Damals waren Georg Meindl Kommandant und Josef Peisl sen. Vorstand, die auch diese Schwierigkeiten überwinden konnten.
 
Nach den schwierigen Nachkriegsjahren wurde der Wunsch nach einer neuen Fahne immer größer. Mit neuem Tatendrang faßte man alsbald den Entschluss, ein 65-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe zu feiern. Am 19. Mai 1952 wurde die Fahnenweihe durchgeführt.
 
Einige Jahre nach der gelungenen Fahnenweihe planten die Verantwortlichen der FFW Jesendorf bereits an einem neuen Objekt. Im Jahr 1960 wurde ein neues Feuer­wehrgerätehaus erstellt. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden dabei geleistet und viele Arbeiten wurden von den Feuerwehrleuten selbst erledigt.
 
Bereits 1961 bemühte sich Kommandant Rupert Bergmeier um die erste Leistungs­prüfung. Am 9. Mai 1961 erwarb die erste Gruppe in Wendelskirchen das Leistungs­abzeichen in Bronze als 1. Feuerwehr im Alt-Landkreis Vilsbiburg. Am 8.7.1961 konnte die 2. Gruppe in Vilsbiburg das Leistungsabzeichen in Bronze ebenfalls erwerben. In beiden Fällen wurden die gestellten Aufgaben vorbildlich erfüllt und beide Lösch­trupps benötigten nur wenig mehr als 170 Sekunden. Bereits 1963 wurde das Lei­stungsabzeichen in Silber erworben und ab 1969 hatten Jesendorf eine „goldene“ Löschgruppe. Die Feuerwehr der Gemeinde Jesendorf hat ihre Favoritenrolle innerhalb der Weh­ren des Landkreises erfolgreich verteidigt. (Auszug aus der Vilsbiburger Zeitung vom Jahr 1969). Seit den 70iger Jahren stellen sich unsere Wehrmänner regelmäßig alle zwei Jahre der Leistungsprüfung, um ihren Ausbildungsstand zu erweitern, vor allem aber auch, um den Nachwuchs gut einzuführen.
 
Aber es gab nicht nur freudige Ereignisse, sondern auch dunklere Kapitel in der Ge­schichte der Feuerwehr Jesendorf. Am Dienstag, 26.6.1973 gegen 15.15 Uhr wurde durch zündelnde Kinder ein Groß­brand verursacht. In kurzer Zeit wurde das Wohnhaus, die Scheune und ein Geräte­schuppen des damaligen 1.Kommandanten Johann Winterstetter vernichtet. Den aufopferungsvoll kämpfenden Feuerwehrmännern gelang es nur noch das Stallge­bäude zu retten. Die im Jahr 1952 geweihte Fahne wurde ein Raub der Flammen. In Windeseile be­mühten sich Kommandant Johann Winterstetter, Vorstand Josef Zettl und Hans Seimel, wieder eine neue Fahne zu beschaffen. Am 30.6.1974 fanden sich in Jesendorf 58 Vereine zum 85.-Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe ein. Zur Finanzierung der neuen Fahne und zum Gelingen des Festes hatten die Bevölkerung von Jesendorf und die Gemeinde wesentlich beigetragen.
 
Ab 1975 betrachtete man als wichtigste Aufgabe die Anschaffung eines neuen Feuerwehrau­tos. Nach mehrmaliger Ablehnung durch den Gemeinderat gab Bürgermeister Schlitt­meier am 22.2.1976 bekannt, daß ein neues Feuerwehrauto angeschafft wird. Am 17.12.1976 machten sich Kommandant Finkenzeller und Vorstand Peisl auf die Reise und kehrten mit einem nagelneuen TSF (Ford Transit) glücklich zurück. Die Feuerwehr beteiligte sich mit einem stolzen Betrag von 4000 DM an der Finanzierung. Bereits am 14.1.1977 wurde ein Funksprechgerät eingebaut, so daß man optimal ausgerüstet war. Der Transit war dann bis 2008 im Ensatz. Danach wurde dann ein neues TSF (Opel Movano) angeschafft, das bis heute im Einsatz ist.
 
Die 88. Generalversammlung am 27.2.1977 wurde zum Anlaß genommen, die Genehmi­gung durch die Feuerwehrkameraden zur Restaurierung der alten Standarte von 1888 zu erhalten. Am 11.3.1979 anlässlich der 90. Generalversammlung wurde ein gemeinsamer Got­tesdienst mit Standartensegnung gefeiert. Die renovierte Standarte erstrahlte in neuem Glanz.
Im August 1980 wurde mit viel Elan das Feuerwehrhaus renoviert. Wie üblich, wurde dies natürlich nur in Eigenleistung durchgeführt.
Diese bisher erfolgreichen Unternehmungen beflügeln die Feuerwehr Jesendorf und gerade auch deshalb hat sich die Jubelwehr entschlossen 1988 ein 100-jähriges Grün­dungsfest zu organisieren und zu feiern.
 
 
 
Von 1998 bis 1999 wurde dann  das alte Schulhaus im Ortszentrum zum neuen Gerätehaus mit Schulungsraum, natürlich größtenteils in Eigenleistung, umgebaut. Die Einweihung fand anlässlich des 111-jährigen Gründungsfestes  1999 statt.
 
 
Im Jahr 2008 wurden mit dem gleichnamigen Ort Jesendorf in Mecklenburg Vorpommern Kontakte geknüpft. Dabei wurden viele Gemeinsam­keiten festgestellt. Da die Feuerwehr Jesendorf Nord 2009 ihr 75-jähriges Gründungsfest feierte, beschloss man einen Besuch im hohen Norden. Der herzliche Empfang und die Gemeinschaft der Feuerwehren ließen dieses Wochenende zu einem Höhepunkt in der Vereinsgeschichte werden. Seitdem besteht ein reger Kontakt zwischen Jesendorf Süd und Jesendorf Nord, der stets durch gegenseitige Besuche aufrecht erhalten wird.
 
 
Im Juni des Jahres 2013 konnte das 125-jährige Gründungsfest gefeiert werden.

 
 
 
Auszug aus der Festschriften von 1988 und 2013.
© Freiwillige Feuerwehr Jesendorf (Niederbayern)
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